Embodiment
Was hat denn der Körper mit Psychologischer Beratung zu tun?
KÖRPER
Lisa Zwirschitz
1/1/20262 min read

Embodiment
Was hat denn der Körper mit psychologischer Beratung zu tun?
01.01.2026 . 2 min read
Wer sich mit mit Traumata beschäftigt, den führen die Wege unweigerlich zum Körper, dem Nervensystem und unserem Körpergedächtis. So sagt beispielsweise der führende Traumaforscher Besser van der Kolk in seine Buch "Verkörperter Schrecken": Traumatisierte können erst genesen, wenn sie sich mit den Empfindungen in ihrem Körper vertraut gemacht und mit ihnen Freundschaft geschlossen haben. Körperliches Selbstgewahrsein ist der erste Schritt auf dem Weg zur Befreiung der Tyrannei der Vergangenheit.
Meinen Beobachtungen zufolge geht unsere Beziehung zu unserem Körper häufig mit Ablehnung einher. Wir sind es fast schon gewohnt uns selbst oder andere still oder laut für ihren Körper zu bewerten. Neid, Bewunderung, Ablehnung - nur um ein paar Wörter in diesem Kontext zu nennen.
Persönlich hatte ich als Tänzerin den Drang meinen Körper als "Werkzeug" bis aufs Äußerste zu nutzen, als ein "Etwas", das ich unaufhörlich optimierte und für meine Zwecke versuchte in die perfekte Form zu pressen.
Im Zuge meiner psychologischen Arbeit durfte ich lernen meinen Körper - und den menschlichen Körper im Allgemeinen - als faszinierendes, lebendiges Wesen zu betrachten. Ich habe gelernt meinem Körper zuzuhören und festgestellt, dass dieser zu mir spricht. Unser Körper ist der Sitz so vieler Gefühle und Erinnerungen, Instinkte sowie unserer Intuition. So vieles ist in unseren Körperzellen gespeichert. Und überdies ist er noch dazu äußerst kommunikativ - wenn wir lernen zuzuhören, erschließt sich uns eine völlig neue Informationsquelle.


Innezuhalten und die Aufmerksamkeit auf die Empfindungen in unserem Körper zu richten kann eine riesige Herausforderung sein. Teile von uns wissen ganz genau, dass der Körper der Sitz der Gefühle ist. Der Ort, an dem schmerzhafte Erinnerungen vergraben sind. Der Behälter, wo jene traumatischen Erfahrungen konserviert sind, die wir gewiss nicht nochmal erleben wollen. Die Aufmerksamkeit hierhin zu richten, kann in Teilen von uns verständlicherweise sofortige Gefahr und Alarmbereitschaft hervorrufen. In ihrer Strategie sind jene Teile oft sehr kreativ. Sie lenken uns ab, setzen uns vor den Fernseher, greifen zum Handy oder bündeln all unsere Energie in unserem Gehirn, unserem rationalen Bereich. Sie treiben uns in Richtung Kühlschrank, machen uns müde oder verursachen Kopfschmerzen. Wichtig ist zu verstehen, dass jene Teile kein "Hindernis" sind, sondern ihr Bestes geben, um uns davor zu schützen nicht erneut verletzt zu werden. In ihrer Intention arbeiten sie für uns, nicht gegen uns. Je nach Ausprägung sind sie sogar gewillt zur Seite zu treten, wenn sie die Situation als sicher genug einschätzen.
Mit dem Körper zu arbeiten, statt gegen ihn, hat meine gesamte Lebensweise verändert und um viele Facetten bereichert. Anstelle eines Feindes fand ich einen Verbündeten. Anstelle eines Gefäßes, das mich mit unaushaltbaren Gefühlen überschwemmt, habe ich in meinem Körper Wege gefunden meine Gefühle zu regulieren statt zu verbannen.
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Lisa Zwirschitz
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